Der Hintergrund zum Roman VergeSSen

Der Roman beschäftigt sich der Übermittlung von Schuld- und Schamgefühlen der Generation während des 2. Weltkrieges in Deutschland und die damit verbundene Weitergabe von "Gefühlserbschaften", die sich traumatisch auf die Nachkommen auswirken können. Anhand der Romanfiguren wird deutlich, wie jeder seine Epoche erlebt und verarbeitet - wenn er dazu überhaupt in der Lage ist.

Das Schweigen für sich brechen, Schuld anzuerkennen und die Hintergründe zu klären, das ist der Ansatz dieses Romans, mit dem sich die Autorin beschäftigt, weil sie selber ein Familientrauma aus der Nationalsozialistischen Zeit aufarbeiten muss.

 

Zum Buch: Das Buch umfasst 160 Seiten und ist in sieben Kaptel eingeteilt. Bemerkenswert sind die Zitate, die jedes Kapitel umschreiben:

 

1. Kapitel

„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Richard von Weizäcker

Gleich im ersten Kapitel schildert die kleine Marlene die Erinnerungen an ihre Heimatstadt Danzig und die damit verbundene Flucht nach Westen aus der Sicht eines Kindes.

 

2. Kapitel

"Die Ungewissheit ist schlimmer, als die Enttäuschung" Robert Burns

Die Leser begleiten die junge Leonora von Olschewik, die im 1. Weltkrieg geboren wurde eine ganze Familiendynastie geprägt hat. Sie ist u.a. Marlenes Mutter und Trägerin des Deutschen Mutterkreuzes in Silber. Ihre Duchsetzungskraft und ihr Mut rettete die neunköpfige Familie vor der Roten Armee. Ihr Leben versicktert in einem Gebäude aus Scham und Lüge.

 

3. Kapitel

„Das Reisen führt uns zu uns zurück.“  Albert Camus

Um das Erbe begreifen zu können, muss man manchmal weit in die Vergangenheit reisen. Maria von Olschewik als junge Frau zu erleben, die Hintergründe und Gründe für Ihr Handeln zu verstehen, ihre Rolle in der Familie Pawel - all das erfahren die Leser in diesem Kapitel. Sie ist die Mutter von Leonora.

 

4. Kapitel

„Im Waffenlärm schweigen die Gesetze.“ Marcus Tullius Cicero

Oberscharführer Johann Pawel ist der Mittelpunkt des Romans. Es stellt sich die Frage, wie ein normaler Mensch und Familienvater zum Massenmörder werden kann, wie die Beweggründe aussehen, welchen Einflüssen dieser Mann ausgesetzt war. Der Einblick in sein Denken und Handeln ist erschütternd und wirft teilweise ein ganz neues Licht auf das historische Geschehen.

 

5. Kapitel

„Es liegt im Stillesein eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche.“

Dietrich Bonhoeffer

Hier kommt die Nachkriegsgeneration zu Wort. Mirjam, die Enkeltochter von Johann und Elenora, die ihre Großeltern nicht wirklich kannte, will mehr über ihre Herkunftsfamilie wissen, doch ihre Mutter Marlene kann sich an nichts mehr erinnern. Nur bruchstückweise kommen alte Erinnerungen ab und zu hoch, die alles in Frage stellen.

 

6. Kapitel

„Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.“ Ernst R. Hauschka

Die Begegnung mit dem Danziger Juden Hans Rosenbaum bringt eine schicksalsreiche Wende mit sich. Mirjam kann aber die Wahrheit nicht  wirklich glauben, sie kann das Trauma nicht durchbrechen, das sie und ihre Familie erreicht hat.

 

7. Kapitel

„Wer Reue zeigt, den soll man nicht an seine früheren Sünden erinnern.“ Jüdisches Sprichwort

Im letzten Kapitel endlich schließ sich der Kreis. Mara, Mirjams Tochter, ist in der Lage, nach einem Besuch im Konzentrationslager Stutthof die Spuren ihrer "Täterfamilie" zu rekonstruieren. Mit Hilfe seltsamer Zufälle gelingt es ihr, das jahrzehntelange Schweigen zu brechen.

Der historische Hintergrund zum Roman DER GALGENBUCK

Der Roman umfasst die Zeitspanne von Frühjahr 1521 bis Frühjahr 1523.  Zu dieser Zeit herrschte in Deutschland eine innere Erneuerung, ein Aufbegehren - nicht nur auf religiöser Ebene.
Neben der Reformation durch Martin Luther, kommt es auch in der Schweiz zu Kirchenspaltungen und kulturellen, wirtschaftlichen Umbrüchen. In den Städten grassieren Seuchen und die Kindersterblichkeit ist hoch. Auf dem Land leidet die Bevölkerung unter der Herrschaft von Kirche und Adel, die Aufständige in Süddeutschland erreichen ihren Höhepunkt (Bauernkrieg 1525). Der Machtkampf der römischen Kirche ist auch in der Politik zu spüren.
Die Menschen fangen an, den Sinn des Lebens zu hinterfragen, es bilden sich Familiennamen, eine Hochzeit wird jetzt auch aus Liebe eingegangen. Das Leben entfaltet sich auf einer neuen Ebene, die Esskultur erweitert sich. Durch den Buchdruck eröffnet sich eine neue Welt, Amerika wird entdeckt, Krankheiten und ihre Zusammenhänge werden erforscht und gleichzeitig regieren die Schrecken der Hexenverfolgungen im Land.
 

Der Übergang vom Spätmittelalter zur Neuzeit stellt vieles in Frage, was bis dahin als selbstverständlich galt.

“Wenn man genau liest und hinsieht, könnte man eine gewisse Parallele zu unserer heutigen Zeit erkennen. Ich schreibe über nichts anderes, als über das Leben. Mit all den bunten Facetten - dem trügerischen Glanz und der einfachen, stillen Glückseligkeit. ”
 

Zum Buch:

Der historische Roman mit 304 Seiten, weist keine Kapiteleinteilung auf, sondern eine chronologische
Zeitenfolge der einzelnen Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling 1521 und 1522 und umfasst das
Geschehen aus drei verschiedenen Perspektiven: Aus der Sicht der Familie des Zimmermanns Jacob aus
Münster in Westfalen, die seines Sohnes Günthers, der auf der Suche nach religiöser Freiheit sich
dem Augustinermönch Ruprecht anschließt und schließlich aus der Sicht des jungen Benedicts, der als Mönch
im Kloster Allerheiligen in Schaffhausen lebt, wo er Zeuge der religiösen Veränderungen wird. Zusammen mit
dem Einsiedler Jakobus wird er zu Ostern 1521 nach Grafenhausen verbannt.

Alle beschriebenen Orte, Personen und Handlungen sind frei erfunden. Eventuell auftretende Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, sowie personenbezogene Ereignisse sind rein zufällig. (Oder unterliegen der künstlerischen Freiheit der Autorin ) Die historischen Begebenheiten wurden sorgfältig recherchiert und aufgearbeitet und bilden die Grundlage für diesen Roman.

Der Höhepunkt des Romans findet im Winter 1522/1523 statt, als sich alle beteiligten Protagonisten in Grafen-
hausen / Hochschwarzwald einfinden, wo die Vorbereitungen für den bevorstehenden Bauernkrieg zu spüren sind, sowie die nahe Auflösung des Klosters in Schaffhausen. Trotz verlorener Stadtrechte scheut sich das Volk nicht, wieder den Weg hinauf zum Galgenbuck außerhalb der Stadtmauern zu nehmen...

Ein Roman ohne „Happy End.“ Im Vordergrund steht die Wandlung des Menschen in seinem Denken und Handeln im Spätmittelalter,  der sich auf die Suche nach Wahrheit und Freiheit macht und bereit ist, über die eigenen Grenzen hinaus das Unerträgliche zu ertragen.
Hierbei spielt die Reformation, sowie die Gegenreformation in Freiburg und die Bauernaufstände in Südbaden - und vor allem die damit verwobenen Menschenschicksale - eine große Rolle.

 

"Mein besonderer Dank geht an Theo Isele und die Hans Müller - Gruppe aus Bulgenbach-Staufen,
die mit Informationen und Eindrücke dafür gesorgt haben,
dass dieser Roman für mich lebendig wurde.
Ferner möchte ich mich bei Steffen Schnieders bedanken, der mir mit seinen
fachmännischen Informationen rund um das Mittelalter eine wertvolle Hilfe war."
 
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